Zwischen Reeperbahn und Hightech (BR-alpha)

Ein Beitrag von: Jürgen Rust

Stand: 01.09.2008

Video zum Seilerberuf

STECKBRIEF: Seiler/in

Voraussetzung: Qualifizierter Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer: 3 Jahre

Vergütung:

1. Ausbildungsjahr ca. 600,-- € / Monat
2. Ausbildungsjahr ca. 650,-- € / Monat
3. Ausbildungsjahr ca. 700,-- € / Monat

Die Ausbildungsvergütungen können je nach Region und Ausbildungsunternehemen unterschiedlich ausfallen. Die angegebenen Vergütungen sind nur als Richtwerte anzusehen!

» Ausbildungsrahmenplan (PDF)

Der Beruf Seiler/in beinhaltet die Bereiche Textilseile (Natur- und Chemiefasern), Stahlseile und Netze. Die sehr umfangreiche Produktpalette erfordert ein hohes Maß an technischem Wissen, handwerkliches Geschick und Gefühl für das Verformbare.

Der/die Seiler/in fertigt und konfektioniert Seile aus Naturfasern (Hanf, Flachs, Sisal etc.), aus Chemiefasern (Polyamid, Polyester, Polypropylen etc.), aus Stahldraht, in gedrehter und geflochtener Ausführung. Netze aus Natur? und Chemiefasern in gedrehter und geflochtener Ausführung.

Bedingt durch den hohen Import-Anteil aus Billig-Lohn-Ländern haben sich die Betriebe entweder spezialisiert oder auf reine Konfektion umgestellt. Fertigungsbetriebe präsentieren sich heute als Seilerei und Flechterei (auf dem Fasersektor), als Drahtseilfabrik oder Netzfabrik, wobei es sich überwiegend um Spezialanfertigungen handelt. Bei den Konfektionsbetrieben liegt das Schwergewicht im wesentlichen bei der Verarbeitung von Faser- und Stahlseilen.

Die technische Entwicklung der Seilereimaschinen führte dazu, daß viele manuelle Tätigkeiten, welche den Fertigungsprozess betreffen, nicht mehr notwendig sind, da auch auf diesem Gebiet die halb- und vollautomatischen Maschinen Einzug gehalten haben.

Flechtmaschine

Die Arbeit des Seilers beginnt damit, das Seilgarn bzw. den Stahldraht festzulegen in Verbindung mit der gewünschten Konstruktion, der Schlaglänge bzw. der Geflechtsdichte. Dem folgt das Spulen bzw. Aufstecken, um entweder zu zwirnen, zu flechten, Litzen zu fahren oder Litzen und Seil in einem Arbeitsgang zu fahren.

Für die Herstellung von Netzen werden die so gewonnenen Zwirne bzw. Flechtschnüre nochmals aufgespult oder aufgesteckt, um auf der Netzstrickmaschine Netztücher zu fertigen.

Die so gewonnenen Endprodukte müssen überwiegend weiterverarbeitet bzw. konfektioniert werden.

Natur-, Chemiefaser- und Stahlseile werden oft: abgelängt, gespleißt, verpreßt, imprägniert, endlos gelegt, verknotet, mit Beschlägen versehen und dies alles unter Berücksichtigung des Verwendungszwecks, wobei die Faserart, der Stahldraht, die Konstruktion und die Flexibilität differenziert zu beachten sind.

Netztücher werden von der Maschenzahl her berechnet, zugeschnitten, versetzt wieder zusammengefügt und die Endmaschen verknotet.

Der/die Seiler/in muß die Funktionen der eingesetzten Maschinen kennen, die Berechnungen über den jeweiligen Aufbau der Konstruktion vornehmen können, die Eigenschaften des eingesetzten Materials kennen und alle Konfektions-Arbeiten beherrschen.

Textiles Schulzentrum

Die Textilfachschule und Berufsfachschule in Münchberg, sowie die Bekleidungsfachschule und Berufsfachschule in Naila bieten berufliche Erstausbildung und berufliche Weiterbildung an.

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