10.03.2015

Seilergeselle Joshua Reffle auf Wanderschaft

Jürgen Wittke (li.) mit Joshua Reffle (Foto: Völlering)

Drei Jahre und einen Tag - so lange dauert die Wanderschaft eines Handwerksgesellen. Joshua Reffle ist seit Oktober 2014 einer von ihnen. Gesellen aus seiner Zunft trifft man selten auf der Straße - Reffle ist nämlich Seiler.

Der Münchener ist der erste Seilergeselle auf Wanderschaft seit dem Zweiten Weltkrieg. Im Februar ist er in Berlin angekommen und hat sich in der Handwerkskammer den Stempel für sein Wanderbuch geben lassen.

Seile werden heute überwiegend industriell hergestellt. Deshalb gibt es nur noch wenige Handwerksbetriebe, die ausbilden. Doch Sonderanfertigungen und insbesondere auch die Verarbeitung von vorgefertigten Seilen bleiben handwerkliche Tätigkeiten. So werden Netze für Fußballtore handgeknüpft. Auch die beliebten "Kletterspinnen" auf Spielplätzen werden von Hand zusammengesetzt.

Die Seilerei gehört zu den Textilgewerken. Deren Zunftkleidungsfarbe ist ein kräftiges Rot. Auf Wanderschaft legen Gesellen Ihren Nachnamen ab. Deshalb stellte sich der 23-Jährige auch in der Handwerkskammer als "Joshua frei reisend fremder Seiler" vor. Wie es sich gehört, wünschte Hauptgeschäftsführer Jürgen Wittke dem Gesellen zum Abschied: "Fixe Tippelei!"